Eine heftige Schlacht tobte über Holland und dem Norden Deutschlands
am 28. Juli 1943, als die 8. Amerikanische Luftwaffendivision ihre ersten
stärkeren Bombenangriffe gegen das Deutsche Reich einleitete. Die Ziele
waren die Fieseler Storch Werke in Kassel und die AGO Flugzeugwerke in Oschersleben.
Deutsche Jäger wurden aus allen Richtungen von Holland und dem Norden
Deutschlands zusammengezogen, um den größten bisherigen Amerikanischen
Luftangriff abzuwehren.
Uffz. Bernhard Kunze war einer der deutschen Piloten, die an der Schlacht
dieses Tages teilnahmen. Als Kunzes Einheit, die 1. Staffel des Jagdgeschwaders
1, die Bomberformation, die von Oschersleben zurückkehrte abfing, bemerkte
Kunze und sein Flügelmann einen einzelnen angeschossenen B17-Bomber,
der versuchte seinen Weg zurück nach England zu finden. Der umherstreifende
Bomber befand sich in einer sehr gefährlichen Situation: er war bereits
beschossen und beschädigt worden und ihm fehlte der Schutz seines Verbandes,
was ihn höchst verletzlich machte. Für Kunze und seinen Flügelmann
muss dies wie eine überaus leichte Beute erschienen sein und sie nahmen
sofort Kurs auf den Bomber, um ihn ins Visier zu nehmen. Kunze steuerte seine
Maschine auf den Bomber zu, nahm ihn ins Visier, um ihm den letzten Schlag
zu versetzen. Jedoch just in dem Moment als er in Position war und aus seinen
MG´s feuerte, feuerten die amerikanischen Bordschützen auf ihn
zurück. Das Verteidigungsfeuer des Bombers beschädigte Kunzes Maschine
schwer und unmittelbar danach stürzte seine Maschine steil ab Richtung
Erde. Kunze gelang es seine Maschine aus dem Absturz heraus abzufangen, jedoch
hatte er kaum noch irgendeine Kontrolle über sie und verlor ständig
an Höhe. Zu seinem Schock bemerkte er, dass seine Maschine in Richtung
auf das öffentliche Freiluft-Schwimmbad in Drachten (Holland) zustürzte,
und es gab für ihn keine Möglichkeit mehr das zu verhindern.
Es war ein warmer Sommertag und das Schwimmbad war sehr gut besucht. Seine
Maschine flog über den Pool in äußerst geringer Höhe
und stieß mit seiner Flügelspitze noch eine Frau an, die an der
Ecke des Beckens stand. Sie wurde dadurch ins Wasser geworfen, blieb allerdings
unverletzt. Kunzes Absturz endete schließlich am anderen Ende des Pools,
wo seine Maschine zum Stillstand kam. All die Leute im Schwimmbad rannten
in Panik und in Ihrer Schwimmbekleidung raus auf die Strasse; anschließend
überquerte Kunze ebenfalls die Strasse zu einer gegenüberliegenden
Werkstatt und rief von dort aus seine nahe gelegene Luftbasis in Leeuwarden
an, um sich ein Fahrzeug zur Abholung zu bestellen.
hier
geht es zu den Bildern der abgestürzten FW 190 ("weiße
12")
Mir
fiel diese Geschichte in die Hände aus einem Buch „Sporen aan de
Hemel“ von Ab A. Jansen. Es ist ein dreibändiges Werk über
die Luftschlacht zwischen den USA und Nazi-Deutschland über Holland während
des 2. Weltkrieges.