
Auf der Rückseite über dem nördlichen Russland angelangten Tiefdruckgebiets ist die Kaltluft rasch im Vordringen nach Südosten. Damit sind auch im Ostkampfraum Mitte die Temperaturen am Boden unter Null abgesunken. Wesentlich stärker sind die Temperaturänderungen in der Höhe, wo die heute vom Bottenbusen bis zu den Alpen sich erstreckende Kaltluftzunge Temperaturrückgang bis zu 14 Grad gebracht hat.
Auch in Mitteleuropa sind im Bereich der von Norden einströmenden Kaltluft die Temperaturen am Boden etwas unter Null abgesunken. Die kälteste Luft des europäischen Raums befindet sich dabei heute früh über Schlesien und Ostpreußen, wo in 500 mh – 42 Grad gemessen wurden.
Die in das Mittelmeer einströmende hochreichende Kaltluft, die an der Französischen Riviera in 4000 m Abkühlung um 16 Grad brachte, hat über Italien und der Adria zu einer Belebung der zyklonalen Tätigkeit geführt. Das heute früh über Unteritalien gelegene Tiefdruckgebiet wird mit der südwestlichen Höhenströmung unter Abschwächung nach dem Ostmittelmeer und Kleinasien ziehen.
Das rasch von Nordwesten kommende umfangreiche Drucksteiggebiet dessen Schwerpunkt heute früh mit 25 mh innerhalb 24 Stunden über Dänemark angelangt ist, wird bereits wieder von einem kräftigen Fallgebiet abgelöst. Dasselbe zieht in Zusammenwirkung mit einem Tiefdruckgebiet, das gestern früh südwestlich Island erwartet wurde und dessen Vorderseite in Südnorwegen in der oberen Troposphärenhälfte schon zu einer Erwärmung bis zu 12 Grad geführt hat. Die Warmluftzufuhr macht sich ferner bereits im westlichen Baltikum bemerkbar, wo seit gestern Nachmittag oberhalb 3000 m leichte Erwärmung eingetreten ist. Bei ungeändertem Steuerungszentrum südwestlich der Britischen Inseln wird der nach Finnland sich erstreckende Hochkeil nach Südosten weiterschwenken und das neue Tiefdruckgebiet auf einer ebenfalls nach Südosten gerichteten Zugbahn nachfolgen. Damit bleibt in Mittel- und dem westlichen Osteuropa die unbeständige Witterung erhalten. Mit der Zufuhr maritimer Luft wird in Mitteleuropa wieder Milderung eintreten.
Stärkerer Druckfall hat sich gestern Nachmittag auf der Krim eingestellt. Er war offenbar unabhängig von dem umfangreichen Druckfallgebiet, das mit der von Mitteleuropa nach Süden vordringenden Kaltfront verknüpft war, sondern stand im Zusammenhang mit der Nordwärtswanderung des gestern früh über der Aegaeis gelegenen Kaltlufttropfens.
gez.
Widenbauer
Zentrale Wetterdienstgruppe
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